Was mir wirklich wichtig ist

Links der Text "Was mir wirklich wichtig ist", rechts eine Zeichnung von einem Mädchen, das am Tisch mit einem Laptop sitzt

Enthält Werbung | Es gibt viele wichtige Dinge im Leben: die Familie, Freundschaften, ein Dach über dem Kopf, genügend Geld zum Leben.

Aber abgesehen von all diesen Grundbedürfnissen haben wir alle noch Dinge, für die wir brennen, die uns im Leben motivieren und „oben halten“, wenn schwere Zeiten kommen. Diese Leidenschaften dürfen wir pflegen, ja es ist sogar lebensnotwendig, dass wir sie in unseren Alltag integrieren. Denn sie machen den Unterschied. Sie ermöglichen uns das wahre Glück. Und sie sind es schlussendlich, was das Leben lebenswert macht.

Was mir im Leben wirklich wichtig ist? Diese Frage beantworte ich in diesem Blogpost.

„Du musst dich ändern!“

„Komm mal mehr aus deinem Schneckenhaus!“

„Du musst lauter sprechen, sonst gehst du in der Menge unter.“

„Warum bist du eigentlich immer so still?“

„Sag doch auch mal was!“

Kennst du diese Sätze? Ich habe sie inzwischen so oft gehört, dass sie mir aus den Ohren quellen. Ich sei zu still, zu zurückhaltend, zu ängstlich, zu passiv.

Egal, ob im Kindergarten, in der Schule oder später in der Ausbildung. Es gab immer wieder Leute, die meinten, mir gute Ratschläge geben zu müssen, wie ich ihrer Ansicht nach ein besserer Mensch werde. Damals habe ich mir das sehr zu Herzen genommen, mich geschämt und unzulänglich gefühlt.

Heute frage ich mich: Geht es den Leuten wirklich darum, dass es MIR besser geht? Oder sind sie mit meiner Stille einfach nur dermaßen überfordert, dass es IHNEN SELBST besser ginge, wenn ich mich lauter und extrovertierter verhielte?

Wie eine Freundschaft alles veränderte

2012 lernte ich eine andere Introvertierte im Internet kennen. Wir verstanden uns auf Anhieb super und wurden beste Freundinnen, obwohl sie im weit entfernten Malta lebte. So kam es auch, dass sie mir Bücher über Introversion empfahl, denn ich hatte mich bis dahin noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt.

Als Erstes las ich „Die Macht der Stille“ * von Sophia Dembling. Das Buch war damals noch gar nicht auf Deutsch erhältlich, deshalb bestellte ich mir das englische Original. Zu meinem Geburtstag schickte mir meine maltesische Freundin dann „Quiet“ von Susan Cain, auf Deutsch erhältlich unter dem Titel „Still: Die Kraft der Introvertierten“*.

Beide Bücher brachten bei mir etwas ins Rollen und ich änderte radikal, wie ich mich selbst als introvertierter Mensch betrachtete. Ich sah es nicht mehr länger als Makel, leise und zurückhaltend zu sein. So war ich eben gestrickt! Und nicht ich musste mich ändern, sondern die Leute, die mir einredeten, dass ich so nicht in Ordnung sei, mussten ihr Verhalten überdenken.

Klar, sie meinten es oft nur gut. Wollten aus mir einen glücklichen und erfolgreichen Menschen machen. Doch wer sagt eigentlich, dass stille und sensible Menschen nicht glücklich und erfolgreich sein können?

Es gibt so viele introvertierte Berühmtheiten, die das Gegenteil von der allgemeinen Annahme bewiesen haben:

  • Angela Merkel
  • Albert Einstein
  • Eleanor Roosevelt
  • Mahatma Gandhi
  • Emma Watson
  • Bill Gates

Und das sind nur ein paar Beispiele.

Deshalb ist mir eines ganz wichtig geworden: Der Welt zu zeigen, dass wir Introvertierten keineswegs schlechter sind als Extrovertierte und wir uns auch nicht ändern müssen. Ganz im Gegenteil, wir dürfen so sein, wie wir sind. Denn in uns steckt eine Menge Potenzial und wir haben unsere ganz eigenen introvertierten Stärken, mit denen wir glänzen können.


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Warum mehr Introvertierte bloggen sollten

Eine dieser Stärken ist zum Beispiel, sich schriftlich hervorragend ausdrücken zu können. Deshalb bin ich ja auch der Meinung, dass viel mehr Introvertierte sich ans Bloggen herantrauen dürfen. Ein Blog ist ein unglaublich tolles Werkzeug dabei, sich selbst und seine Umwelt zu reflektieren und über sich hinauszuwachsen.

Durchs Bloggen habe ich schon einige Krisen gemeistert, mehr Selbstvertrauen aufgebaut und gelernt, mich selbst anzunehmen und zu lieben, so wie ich bin.

Wie ich zum Bloggen kam

Ehrlich gesagt, bin ich ebenfalls durch diese Freundin aus Malta zum Bloggen gekommen. Ich hatte zwar davor schon diverse Websites und Blogs erstellt, diese aber relativ schnell wieder auf Eis gelegt, weil ich die Lust daran verlor.

Im Frühjahr 2013 startete ich einen Tumblr Blog über Introversion. Ich wollte meine Botschaft, dass Introvertierte genauso okay sind, wie Extrovertierte, in die Welt hinaus bringen und Tumblr schien mir damals das richtige Format.

Tatsächlich gewann ich schnell eine Menge Follower und betrieb den Tumblr Blog auch mehrere Jahre. Im Mai 2015 fing ich dann zusätzlich an, „richtig“ zu bloggen. Damals noch auf Blogger.com, später auf WordPress. Ich hatte damals einen Buch- und Schreibblog, auf dem ich selbst geschriebene Geschichten, Buchrezensionen und Schreibtipps veröffentlichte. Nach einer Weile berichtete ich auf diesem Blog auch über meine Depression, nutzte ihn für regelmäßige Updates auf dem Weg zur Genesung.

Dabei wuchs ich immer mehr über mich hinaus. Aus dem kleinen schüchternen Mauerblümchen, wurde ein Blogger, der proaktiv auf Menschen zuging und um Interviews bat, offen seine Meinung im Internet vertrat und Kooperationen mit Verlagen, Autor*innen und Firmen einging. All das half mir, mutiger, glücklicher und lebensfroher zu werden. Denn ich hatte plötzlich etwas, was mich derart beflügelte, dass ich mich ganz automatisch aus meiner Komfortzone traute und mich immer mehr weiterentwickelte.

Und diese Leidenschaft möchte ich gerne weitergeben.

Eins ist geblieben

Trotz allem bin ich immer noch eins: Introvertiert! Und das wird auch mein Leben lang so bleiben. Denn Introversion ist angeboren und deshalb ist es so wichtig, dass wir uns selbst annehmen und lieben lernen. Denn wenn wir es selbst nicht tun, wer soll es dann für uns übernehmen?

Schlussgedanken

Man kann also sagen, dass die Themen Introversion und Bloggen momentan das sind, was mir wirklich wichtig ist. Also, neben meiner Grundbedürfnisse natürlich. Ich brenne so sehr dafür, Introvertierten zu helfen, sich selbst anzunehmen, und sie bei einer Bloggründung zu unterstützen, dass ich am liebsten nichts anderes tun würde. Außer Nudelsalat essen … ich geb’s ja schon zu!

Was ist dir im Leben wirklich wichtig? Wofür brennst du so richtig? Schreib’s mir gerne in die Kommentare. Ich freu mich sehr auf dein Feedback.

PS: Wenn du als Introvertierte auch einen Blog gründen möchtest, aber noch ein bisschen orientierungslos bist oder Fragen hast, dann schreib mich gerne an.

PPS: Falls du dich für die Bücher interessierst, die ich sonst noch so über Introversion, Hochsensibilität, Persönlichkeitsentwicklung etc. gelesen habe, dann schau gerne mal in meiner Ressourcen-Bibliothek vorbei.

PPPS: Der Beitrag ist im Rahmen der Blognacht von Anna Koschinski entstanden. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit anderen Blogger*innen gemeinsam zu bloggen, obwohl ich sonst eher ein Eigenbrötler bin.


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4 Kommentare

  1. Liebe Mim,
    das ist ein schöner Artikel. Wie man „einfach“ (auch wenn es sicher ein langer Weg ist) mit sich zufrieden sein kann, wenn man sich „nur“ so mag, wie man ist. Aber das ist ja eh ein Thema, das sich durchzieht. Überall wird einem erzählt, was man wie tun sollte und wie man sein sollte und was man haben sollte etc. Ein Graus – und schwierig sich davon zu lösen. Ich finde deine Worte sehr inspirierend und deinen Blog sehr wichtig.
    Vielleicht sehen wir uns ja in der nächsten Blognacht wieder.
    Liebe Grüße, Birte

    1. Liebe Birte,

      vielen Dank für deinen Kommentar. 🙂

      Absolut, da stimme ich dir in jeder Hinsicht zu. Man bekommt von allen Seiten gesagt, was man zu tun und zu lassen hat. Ich kann davon natürlich nur aus Introvertiertensicht berichten, weil ich es nur so selbst erlebt habe. Aber ich bin mir sicher, dass auch Extrovertierte mit solchen „Ratschlägen“ zu kämpfen haben. Nur eben in anderen Bereichen.

      Und ja, wenn nichts dazwischenkommt, werde ich bei der nächsten Blognacht wohl auch wieder dabei sein. 🙂

      Liebe Grüße
      Mim

  2. Liebe Mim, wie schön, konnten wir gestern mit noch einigen anderen spannenden Frauen und einem mutigen Mann „nachtbloggen“. Bloggen ist für mich eine alternative Form von Kommunikation. Dabei kann ich einen Gedanken vollends zu Ende denken (für den Moment jedenfalls) und ihn nachher „der Welt“ präsentieren und in Austausch gehen. Wie wundervoll, hast du damit einen für Introvertierte passenden, „ leisen“ Weg gefunden mit anderen, auch fremden, Menschen in Resonanz zu gehen. Ich wünsche mir, dass dich möglichst viele Menschen finden, die mit deiner Unterstützung bloggender Weise ihren Weg in die Sichtbarkeit gehen.

    1. Liebe Chris,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Das freut mich total. Und ja, ich glaube, ich weiß, was du damit meinst. Mir geht es fast identisch damit. Ich mag es auch, meine Gedanken schriftlich „zu Ende zu denken“ und sie mir „aus dem Kopf zu schreiben“. Das hat auf mich auch in gewisser Weise eine heilsame Wirkung.

      Danke schön, das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

      Liebe Grüße
      Mim

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