10 Stärken, die Introvertierte auszeichnen

Cartoon Heldin mit gelbem Superhelden-Cape. Links daneben steht: 10 Stärken, die Introvertierte auszeichnen

Werbung | In unserer westlichen Gesellschaft werden Extrovertierte oft Introvertierten vorgezogen. Wer laut, schnell und spontan ist, wird mehr geschätzt und für kompetenter gehalten, als stille und sensible Zeitgenoss*innen. Dabei haben auch introvertierte Menschen wunderbare Stärken, die sie im Arbeitsleben und privat einsetzen können, um zu glänzen.

Zehn dieser Eigenschaften möchte ich dir in diesem Artikel vorstellen. Vielleicht waren dir manche davon noch gar nicht so richtig bewusst?

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Introvertierte können gut zuhören

Introvertierte sind die geborenen Zuhörer*innen. Wir mögen es nicht, wenn man uns unterbricht, also machen wir das bei anderen Menschen auch nicht.

Anstatt ständig zu versuchen, Ratschläge zu geben (die oft weder nötig noch erwünscht sind), lauschen wir den Ausführungen der anderen Person und nehmen daran Anteil. Wir geben anderen das Gefühl, wirklich interessiert und vertrauenswürdig zu sein – und dass ihre Sorgen und Geheimnisse bei uns gut aufgehoben sind.

Nicht selten ziehen wir geradezu Menschen an, die dringend jemanden brauchen, mit dem sie ihre Sorgen teilen können. Solange wir dabei auf unsere eigenen Bedürfnisse achten und sichergehen, dass wir nicht selbst dadurch belastet werden, ist das eine wunderbare Eigenschaft.

Introvertierte denken, bevor sie sprechen

Zugegeben, manchmal nervt es uns Introvertierte, dass wir nicht besonders schlagfertig sind und uns die besten Antworten meist erst Stunden später nach dem entsprechenden Ereignis einfallen.

Aber betrachte es doch einmal so: Dadurch, dass wir nachdenken, bevor wir sprechen, bringen wir uns auch seltener in die Lage, dass wir Dinge sagen, die wir später bereuen.

Außerdem sind unsere Aussagen dadurch oft qualitativ hochwertiger, weil wir nicht gleich das Erste aussprechen, das uns in den Sinn kommt. Man merkt, dass wir uns wirklich mit dem Thema beschäftigt und unsere Antworten und Ideen Hand und Fuß haben.

Glaub mir, so manche*r Extrovertierte*r beneidet uns um diese Eigenschaft.

Introvertierte können sich schriftlich gut ausdrücken

Du telefonierst nicht gern, sondern schreibst lieber eine E-Mail? Anstatt aus nur ein paar beliebigen Hashtags bestehen deine Instagram-Captions aus spannenden Texten, die deine Gedanken perfekt ausdrücken? Du wirst immer wieder dafür gelobt, wie gut du Gefühle in Worte packen kannst?

Gratuliere, dann geht’s dir so wie mir und vielen weiteren Introvertierten. Schreiben ist unsere Art, zu kommunizieren und oft sind wir ziemlich gut darin.

Texte haben die großen Vorteile, dass wir sie ganz in Ruhe planen, verfassen und korrigieren können. Da wir viel über das, was wir sagen wollen, nachdenken, ist das Schreiben die ideale Weise, um uns mitzuteilen.


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Introvertierte können sich gut einfühlen

Vor allem hochsensible Introvertierte haben die Stärke, sich gut in andere hineinversetzen können. Bei manchen ist dies sogar so ausgeprägt, dass sie die Gefühle anderer Menschen selbst spüren können.

Mir geht es öfter so. Wenn ich unter Menschen bin, fühlt es sich oft so an, als würde ich all die Emotionen und Stimmungen wie ein Schwamm aufsaugen. Das kann belastend sein, aber auch eine Stärke.

Vertraut sich mir jemand an, kann ich oft besonders einfühlsam darauf reagieren und der anderen Person damit zeigen, dass ich sie verstehe, Anteil an ihrem Erlebten nehme und es mich interessiert, wie es ihr wirklich geht.

Mir macht man auch nicht so leicht etwas vor. Wenn es jemandem in meinem Umfeld schlecht geht, merke ich das schnell, auch wenn die Person es versucht, zu überspielen. Das hat vielleicht auch mit meiner guten Beobachtungsgabe zu tun – noch eine Stärke von Introvertierten.

Introvertierte sind intelligent

Generell sind Introvertierte NICHT intelligenter als Extrovertierte. Das kommt sehr auf die einzelne Person an. Außerdem gibt es verschiedene Arten der Intelligenz und in manchen schneiden Introvertierte, in anderen Extrovertierte besser ab.

Dennoch gibt es Studien, die belegen, dass stark hochbegabte Menschen mit einem IQ von über 160 zu 75 % introvertiert sind (der durchschnittliche IQ des Menschen liegt bei 100, bei einem IQ von über 130 gilt man als „hochbegabt“).

Eine weitere Studie des „Gifted Development Center“ in Denver, USA ergab, dass 60 % der begabten und 75 % der hochbegabten Kinder introvertiert sind, im Vergleich zu 30 % der allgemeinen Bevölkerung.

Am Klischee des stillen Nerds ist also durchaus etwas dran. Auch, wenn man hier natürlich nicht verallgemeinern sollte.

Introvertierte können sich selbst beschäftigen

Wenn ich alleine bin, ist mir so gut wie nie langweilig. Ich kann mich hervorragend beschäftigten. Und einsam fühle ich mich dabei erst recht nicht. Das gibt mir ein Gefühl der Unabhängigkeit und Freiheit.

Ich hab’s hauptsächlich in den letzten Jahren während der Lockdowns gemerkt, dass mir gar nicht so viel fehlt, wenn die Welt „zugeschlossen“ ist. Auch in meinen eigenen vier Wänden gibt es genug zu tun. Egal, ob ich mich kreativ beschäftigte, etwas Neues lerne oder die Wohnung umräume: Ich brauche keine anderen Menschen, um einen schönen Tag zu haben.

Introvertierte sind die geborenen Expert*innen

In seinem Buch „Introvertiert – Die leise Revolution“ * schreibt Linus Jonkman:

„Der Weg zu wahrer Expertise besteht aus einer mörderischen Menge an monotoner Wiederholung. Es erfordert Hyper-Fokus und tiefes Engagement. Die sind Eigenschaften, die der introvertierten Seite einer Person nahestehen. Introvertierte werden nicht so schnell müde wie Extrovertierte und erreichen daher manchmal einen sehr hohen Grad an Spezialisierung in dem, was sie tun.“

Jonkman, Linus: Introvertiert. Die leise Revolution. 1. Aufl. Mannheim. bad project. 2021. S. 90)

Egal, ob es um Künstler*innen, Leader*innen oder Wissenschaftler*innen geht: Expert*innen sind häufig introvertierte Menschen, die es lieben, sich ganz in ihre Tätigkeit zu stürzen und sich ständig zu verbessern. Mark Zuckerberg, Albert Einstein, Emma Watson, Rosa Parks und Bill Gates sind/waren introvertiert.

Zu ihrem Erfolg führte nicht nur Talent, sondern vor allem die nötige Beharrlichkeit, ihre Ziele zu verfolgen.

Introvertierte können sich gut konzentrieren

Du arbeitest oder lernst etwas und bist ganz in dich selbst versunken. So sehr, dass du es nicht mal mitbekommst, wenn auf dem Handy neue Nachrichten eintrudeln, dein Magen knurrt oder die Sonne untergeht. Kennst du auch, oder?

Diese tiefe Konzentration ist noch etwas, um das uns Extrovertierte beneiden. Sie können es gar nicht verstehen, warum wir so genervt sind, wenn man uns in unserer Konzentration stört, indem man unangemeldet an der Tür klingelt oder anruft.

Bei mir ist es z. B. auch beim Lesen so. Ich kann nur ein Buch lesen, wenn ich weiß, dass ich ungestört bin und mich ganz auf den Text einlassen kann. Ich lese beispielsweise nie im Wartezimmer beim Arzt, weil ich da jederzeit aufgerufen werden könnte und dann das Lesen unterbrechen müsste. Lese ich im Bus oder der S-Bahn, besteht die große Gefahr, dass ich meine Haltestelle verpasse.

Introvertierte haben einen Hang zur Kreativität

Viele Introvertierte sind äußerst kreative Köpfe. Dadurch, dass wir uns gut auf Dinge fokussieren können und die Abgeschiedenheit lieben, können wir uns stundenlang mit unseren kreativen Projekten beschäftigten.

Egal, ob Schreiben, Bildende Kunst, Bastelarbeiten, Handarbeiten, Kochen oder etwas anderes: Wenn Introvertierte erst mal in den Flow kommen, sind wir kaum mehr zu stoppen.

Dabei ist es aber notwendig, dass wir allein sind. Unter Menschen können wir uns oft schlechter konzentrieren. Unsere Ideen sprudeln hauptsächlich dann, wenn wir uns zurückziehen und ganz in uns gehen können.

Introvertierte lieben Tiefgründigkeit

Eine der größten Schwächen von Introvertierten ist ihre mangelnde Fähigkeit, Small Talk zu machen. Doch man kann diese Schwäche auch ganz einfach umdrehen: Introvertierte sind nämlich nur deshalb so schlecht darin, weil sie sehr tiefgründige Menschen sind und es lieben, Gespräche mit Substanz zu führen.

Oft beeindrucken wir mit unserer tieferen, durchdachten Sicht auf die Dinge. Wir schwimmen eher selten mit dem Strom und schauen gerne über den Tellerrand hinaus. Dadurch, dass wir uns sehr intensiv mit Dingen beschäftigten und darüber nachdenken, haben wir auch oft eine gefestigte Meinung, die nicht immer der Ansicht der Allgemeinheit entspricht.

Schlussgedanken

Na, hast du dich wiedererkannt? Was ist deine größte Stärke als introvertierter Mensch? Auf welche Eigenschaft von dir wolltest du nicht verzichten?

Schreib’s mir gerne unten drunter in die Kommentare oder melde dich bei mir per E-Mail oder auf Social Media. Ich freue mich immer riesig über Feedback, denn es interessiert mich brennend, was du zu den Themen denkst, die ich hier behandle.

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4 Kommentare

  1. „Introvertierte denken, bevor sie sprechen“ – lustig, das war mir bisher nie als „Stärke“ in den Sinn gekommen. Allzusehr nervt es mich, dass ich mich in Meetings nicht artikulieren kann, weil ich gefühlt nicht schnell genug mitdenken kann. Aber du hast völlig recht: besser denken, bevor man spricht! Danke für diese Einsicht!

    1. Hallo Tanja,

      vielen Dank für dein Feedback! Jap, genau, manchmal muss man Nachteile einfach aus einem anderen Blickwinkel betrachten und sie werden zu Stärken. 😉 Das ist eine ganz spannende Sache.

      Ganz liebe Grüße
      Mim

  2. Hallo Mim,
    was für ein toller Artikel! Ich habe an mehreren Stellen geschmunzelt und gedacht, „oh ja!“. Zum Beispel beim Verpassen von Haltestellen ;-D
    Die introvertierten Stärken, auf die ich ganz besonders stolz bin, sind Kreativität, Konzentration und Empathie.
    Ganz viele liebe Grüße
    Paula

    1. Hallo Paula,

      oh, vielen Dank. 🙂 Das freut mich.

      Dann ist dir das mit der Haltestelle auch schon passiert? Haha, gut zu wissen! ;D

      Ja, das sind auch wirklich Eigenschaften, auf die du sehr stolz sein darfst. Ganz tolle Stärken, die uns Introvertierte da auszeichnen.

      Ich schicke dir viele liebe Grüße
      Mim

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