Introvertiert oder schüchtern? Das ist der Unterschied!

8 Kommentare

  1. Hi,
    ich habe auch erst vor zwei, drei Jahren begriffen, dass ich zwar schüchtern bin, aber auch introvertiert und das es okay ist. Seitdem fällt es mir viel leichter Einladungen nicht anzunehmen, wenn ich merke, dass mir die Energie fehlt usw. Ich konnte mich mehr akzeptieren und lerne immer noch, wo sich mein Platz befindet. Auch hadere ich öfters mit den üblichen FOMO Situationen, aber auch das kommt und geht. Durch die Erkenntnis, dass ich ein introvertierte Mensch bin, habe ich weniger das Bedürfnis wie die anderen zu sein (Extrovertierte), leider sehe ich dadurch auch häufiger die Fehler in unserer Arbeitswelt, die in vielen Dingen, gerade in Bezug auf Beurteilungen, auf extrovertierte Menschen ausgelegt ist. Hier muss einfach ein Wandel geschehen. Jede:r hat Stärken und Schwächen. Die Stärken wollen jedem einzelnen Menschen sollten optimal eingesetzt und gewürdigt werden.
    Viele Grüße
    Jenny

    1. Hallo liebe Jenny,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Das freut mich riesig, dass du diese Erkenntnis für dich gewonnen hast. Für mich war es auch eine richtige „Erlösung“, als ich begriffen habe, dass introvertierte Menschen genauso okay und normal sind wie extrovertierte Menschen.

      Oh ja, leider hast du recht damit, dass unsere Arbeitswelt häufig auf extrovertierte Menschen ausgelegt ist und das als „normal“ betrachtet wird. Ruhige Menschen werden dann schnell schlechter beurteilt, man traut ihnen weniger zu und hält sie möglicherweise sogar für inkompetent. Da muss wirklich noch sehr viel passieren. Hier etwas mehr aufzuklären ist eines meiner großen Ziele.

      Genau, du bringst es voll auf den Punkt: Jede*r hat Stärken und Schwächen. Nur weil jemand ruhig ist, heißt das nicht, dass die Person nicht auf ihrem Gebiet glänzen kann.

      Ganz herzliche Grüße
      Mimi

    2. Hi, ich seh das Problem mit der Arbeitswelt genauso wie Jenny. Ich bin schon so oft kritisiert worden für meine „zu“ ruhige Art. Man darf das nicht persönlich nehmen. Manches ist auch nur so dahin gesagt, weil alle es sagen oder so sagen müssen. Ich finde es verdammt schade, weil Anderen ja so auch etwas entgeht und man sich so nicht gemeinsam entwickeln kann. Ich hab auch schon viel von extrovertierten Menschen lernen können, aber Extroversion ist halt nicht nur das NonPlusUltra. Das ist eben falsch. So wird es aber leider immer wieder vermittelt. Wäre eigentlich auch mal gut, dass jemand darüber mal darüber aufklärt, welche Vorurteile es über Extrovertierte gibt. Leider können sich durch negativen Erfahrungen wie Ablehnung Schüchternheit und Ängste auch noch verstärken. Viele soziale Ängste haben daher nicht nur individuelle Gründe, sondern entstehen auch in so einem Kontext. Ich glaube, dass es so enorm wichtig ist, sich selbst gut zu kennen und seine Bedürfnisse zu achten. Das wird einem leider nur oft schlecht beigebracht. Ich hab nur durch Zufall in einer Buchhandlung das Arbeitsbuch „Still“ von Susan Cain gefunden. Im Manifest für intovertierte Menschen steht u.a. „Dem eigenen Temperament treu zu bleiben, ist auf lange Sicht gesehen der Weg dazu, die Arbeit zu finden, die Sie lieben und die wichtig ist.“ Das wäre doch mal was. ;o)
      Danke Mim, dass du das Thema transparenter machst und weiter bringst.

      1. Hallo Katrin,

        vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich bin da ganz deiner Meinung. Es ist gerade in der Arbeitswelt sehr schwierig für Introvertierte. Dabei haben wir so viel zu geben. Im Grunde ergänzen sich Introvertierte und Extrovertierte auch ganz wunderbar, vorausgesetzt die Arbeitsumgebung wird an beide Temperamente angepasst, sodass wir von den Stärken beider profitieren können.

        Und ich gebe dir recht, dass die sozialen Ängste von Introvertierten häufig noch verstärkt werden, weil sie in einer Welt leben, in der Extraversion als das Nonplusultra angesehen wird. Das ist ein echtes Problem, auf das ich immer wieder hinweise, weil es mir sehr wichtig ist. Es liegt mir am Herzen, dafür den Blick zu schärfen und die Perspektive von Extrovertierten so zu erweitern, dass sie uns Intros besser verstehen und besser auf uns reagieren können.

        Das Zitat von Susan Cain ist auch ganz toll. Ich habe „Still“ auch gelesen und es ist wohl DAS Standard-Werk zum Thema Introversion, das ich jedem nur empfehlen kann.

        Ganz liebe Grüße und eine gute neue Woche!
        Mim

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