Brieffreunde finden: die 3 besten kostenlosen Apps und Websites

Brieffreunde finden - Die besten kostenlosen Apps und Websites

Enthält Werbung | Brieffreunde – hat man das noch heutzutage?

Bei mir begann es mit dem Wunsch, einen Menschen haben, dem ich alles sagen konnte. Und zwar in meinem Tempo und am besten schriftlich, denn so konnte ich mich schon immer am genauesten ausdrücken.

Ich hatte Probleme damit, meine Gefühle und Gedanken auszusprechen – aber sie in einem Brief zu formulieren, das fiel mir leichter.

Als stiller und sensibler Mensch fühlte ich mich in der Gesellschaft „anders“ und ausgeschlossen. Meine Brieffreundschaften waren da ein echter Gamechanger. Denn die meisten Kontakte sind und waren selbst introvertiert.

Natürlich ersetzt eine Brieffreundschaft keine „persönliche“ Freundschaft. Aber erstens kann sich daraus eine solche entwickeln und zweitens ist es jedes Mal ein kleines Highlight, wenn ein neuer Brief ankommt.

In diesem Artikel stelle ich dir die 3 BESTEN Apps und Websites vor, wo du Brieffreund*innen finden kannst.

Schreibt man denn heute noch Briefe?

Diese Frage kann ich ganz klar mit einem JA beantworten. Zwar sind Brieffreundschaften per Post mit Sicherheit deutlich weniger geworden, als noch vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren, aber es gibt auch heute noch Menschen, die gerne handgeschriebene Briefe verschicken. Und ja, auch junge Menschen, von denen man es vielleicht gar nicht erwarten würde.

Auch ich habe noch ein paar Brieffreundschaften per Post und die wollte ich keinesfalls missen (auch wenn ich zugeben muss, dass ich eine sehr lahmarschige Brieffreundin bin).

Meine Brieffreundschaften

Als Mensch, der schon in der Schule Probleme hatte, Kontakte zu knüpfen, war das Briefeschreiben für mich eine sehr bereichernde Erfahrung. Plötzlich hatte ich jemanden, der mir zuhörte, jemanden, mit dem ich offen reden beziehungsweise schreiben konnte.

Meine erste Brieffreundin, die ich im Jahr 2000 über eine Annonce in einer Zeitschrift fand, wurde daher auch über Jahre hinweg meine beste Freundin. Ich traf sie mehrmals persönlich. Leider haben wir heute kaum mehr Kontakt.

Um das Jahr 2005, fing ich an, international nach Brieffreund*innen zu suchen. Mein Englisch war damals unter aller Sau, aber witzigerweise haben meine Briefkontakte trotzdem verstanden, was ich sagen wollte.

Viele spannende und tiefgründige Briefe und E-Mails später, spreche ich heute fließend Englisch und habe eine Menge über das Leben in anderen Ländern gelernt.

Ich habe aber auch einige deutsche Briefkontakte, eine Brieffreundin wohnt sogar im selben Bundesland wie ich, wir schreiben uns aber sehr, sehr lange Briefe mit teilweise an die 20 Seiten.

Wie finde ich Brieffreunde?

Doch wie lerne ich Menschen kennen, die mit mir regelmäßig schreiben wollen?

Das verrate ich dir in diesem Artikel. Ich stelle dir die besten Apps und Websites vor, wo ich meine Brieffreund*innen kennengelernt habe.

Alle, die gerne Post verschicken und bekommen, aber zu wenig Zeit für Briefe haben, finden vielleicht Gefallen am Postkarten verschicken – und zwar in alle Welt. Auch da stelle ich dir heute ein tolles Projekt vor, bei dem ich seit 2010 mit von der Partie bin.

Aber auch elektronische Brieffreundschaften können sehr spannend sein. Die App Slowly hat dafür ein ganz eigenes Konzept entwickelt: Online-Nachrichten mit Reisezeit. Mehr dazu weiter unten.

Brieffreundschaften vs. „persönliche“ Freundschaften

Stellt man Brieffreundschaften „persönlichen“ Freundschaften gegenüber, ergeben sich natürlich einige Unterschiede. Meine Meinung dazu ist, dass Brieffreundschaften etwas ganz Wunderbares sind, denn sie bieten viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln und den eigenen Horizont zu erweitern.

Brieffreundschaften können zu sehr innigen, tiefgründigen Freundschaften heranwachsen. Trotzdem kann man einsam werden, wenn man darüber völlig seine „persönlichen“ Kontakte vernachlässigt (unfreiwillig für euch getestet).

Vorteile einer Brieffreundschaft

  • Der Radius, in dem man gleich gesinnte Menschen suchen und finden kann, ist deutlich größer, vor allem wenn man Englisch spricht.
  • Brieffreundschaften ermöglichen auch schüchternen und zurückhaltenden Menschen, enge Freundschaften zu knüpfen und sich weniger allein zu fühlen.
  • Man lernt möglicherweise etwas über die Kultur des anderen oder kann sich in einer Fremdsprache üben.
  • Manchmal fällt es einem leichter, mit einer Person aus der Ferne die eigenen Gedanken, Sorgen und Nöte auszutauschen, als mit Menschen im eigenen Umfeld.

Nachteile einer Brieffreundschaft

  • Die Wartezeit kann, je nach Distanz, mehrere Wochen oder Monate dauern.
  • Ein persönliches Treffen ist nicht immer möglich.
  • Relativ häufig „verschwinden“ Brieffreund*innen nach einer gewissen Zeit.
  • Man muss aufpassen, sich nicht zu sehr von der Außenwelt zu isolieren, weil man seinen Briefkontakten mehr Bedeutung beimisst, als Menschen in der Umgebung.

3 Anbieter, die du dir anschauen solltest

Es gibt einige kostenlose Anbieter für die Suche nach Brieffreund*innen. In diesem Abschnitt stelle ich dir meine drei Favoriten vor. Sie verfolgen unterschiedliche Konzepte, haben mich aber absolut von sich überzeugt.

Aber genug Blabla, fangen wir direkt mit der ersten Plattform an.

InterPals

Startseite der Brieffreunde-Website InterPals

Bei InterPals bin ich seit 2007 Mitglied und habe in dieser Zeit viele innige Freundschaften geknüpft. Manche sind bis heute geblieben, andere sind im Sande verlaufen.

Dennoch halte ich InterPals für eine wunderbare Plattform, Brieffreund*innen sowohl für den E-Mail-Austausch als auch handgeschriebene Briefe zu finden. Alle meine aktuellen Brieffreundschaften per Post sind über InterPals entstanden.

Wie funktioniert’s?

Bei InterPals legt sich jede*r Nutzer*in ein eigenes Profil an und kann es so knapp oder ausführlich gestalten, wie es beliebt. So kann man etwa einen allgemeinen Über-mich-Text schreiben, auf seine Interessen und Vorlieben eingehen und so weiter. Zudem gibt es einen Abschnitt, in dem man genau beschreiben kann, was beziehungsweise wen man auf der Plattform sucht (zum Beispiel Brieffreundschaften per Post, nur Frauen oder Menschen, die ein bestimmtes Interesse mit einem teilen).

InterPals ermöglicht zudem, eine Liste mit Freund*innen anzulegen (per Freundschaftsanfrage), Fotos hochzuladen und ganze Alben anzulegen, sowie andere Mitglieder per privater Nachricht oder öffentlicher „Wall“ (eine Art Gästebuch im Profil) anzuschreiben. Die Anzahl und Länge der Nachrichten sind unbegrenzt.

Eine Suchfunktion gibt es ebenfalls, wo man sämtliche Filter einstellen kann, unter anderem nach Sprachen, Orten, Geschlecht (leider nur „männlich“ und „weiblich“, eine dritte Option gibt es nicht), Schlüsselwörtern und so weiter.

Mit etwa 6,5 Millionen Mitgliedern gehört InterPals zu den Marktführern der Websites für Brieffreundschaften.

Format

InterPals ist sowohl als Desktop-Version im Browser, als auch per App für Android und das iPhone verfügbar.

Meiner Erfahrung nach, hat die Desktop-Version ihren eigenen Kopf, das heißt, sie funktioniert nicht immer ganz so, wie man es sich wünscht. Für mich überwiegen aber die positiven Eigenschaften der Plattform, weshalb ich sie trotzdem weiter nutze.

Die App funktioniert bei mir hingegen reibungslos. Da ich aber gerade längere Nachrichten lieber auf einer „richtigen“ Tastatur schreibe, ist die Desktop-Version für mich unverzichtbar.

Sprache

Die Benutzeroberfläche von InterPals ist komplett auf Englisch. Man kann dort aber selbstverständlich auch nach deutschsprachigen Brieffreund*innen suchen, zum Beispiel über den entsprechenden Filter in der Suchfunktion.

Sicherheit

InterPals ermöglicht, bestimmte Personengruppen auszuschließen, etwa Menschen eines bestimmten Geschlechts, einer Altersgruppe oder eines Landes. Diese ausgeschlossenen Personengruppen können dein Profil zwar sehen, aber dich nicht kontaktieren.

Wenn du dein Profil für eine bestimmte Person unzugänglich machen möchtest, kannst du sie gezielt blocken.

Deine Fotoalben kannst du zudem so einstellen, dass nur die Menschen in deiner Freundesliste sie sehen können. Dasselbe geht auch für die Wall.

Bedauerlicherweise bekommen vor allem Frauen bei InterPals viele Nachrichten von Männern, die die Plattform für eine Singlebörse halten und nach westlichen Frauen suchen, die ihnen ein Visum beschaffen. Das sind insbesondere Männer aus Afrika und dem Nahen Osten.

Deren Nachrichten sind jedoch leicht daran zu erkennen, dass sie sehr kurz und generisch gehalten sind. Ich empfehle, solche Profile gleich zu blocken. Wenn es – wie bei mir – immer Männer aus denselben Ländern sind, kann man auch die einzelnen Länder komplett blocken.

Das ist dann zwar schade, weil einen dann auch keine netten Menschen aus diesen Ländern mehr kontaktieren können, aber meist hält sich das einfach nicht die Waage.

Männer auf InterPals haben seltener das Problem, dass sie derartige „Spam“-Nachrichten bekommen. Ihre größte Herausforderung ist eher, dass sie generell selten angeschrieben werden und selbst aktiver sein müssen.

Vermutlich muss ich nicht darauf hinweisen, aber der Vollständigkeit halber mache ich es trotzdem: Ich rate dringend davon ab, die eigene Postadresse oder E-Mail-Adresse im Profil zu veröffentlichen.

Wenn du mit jemandem gerne Adresse oder E-Mail austauschen möchtest, dann mach das per privater Nachricht an diese Person.

Kosten

InterPals ist komplett kostenlos und finanziert sich durch Werbung.

3 Vorteile von InterPals

  • Es ist kostenlos und unbegrenzt
  • Das Profil lässt viel Freiraum zur Gestaltung
  • Egal, ob Brief per Post, E-Mail oder für persönliches Treffen: Hier findest du die richtigen Leute dafür

3 Nachteile von InterPals

  • Frauen bekommen häufig unseriöse Nachrichten (sie lassen sich jedoch durch die Sicherheitseinstellungen eindämmen)
  • Die Benutzeroberfläche ist auf Englisch
  • Die Desktop-Version funktioniert nicht immer einwandfrei

Postcrossing

Startseite des Projektes Postcrossing

Postcrossing fällt in diesem Artikel ein wenig aus dem Rahmen. Hier geht es weniger um Brieffreundschaften, sondern mehr darum, Postkarten auszutauschen. Man kann aber auch gezielt „Postkartenfreundschaften“ suchen und knüpfen.

Ich bin seit 2010 Mitglied bei Postcrossing und habe durch das Projekt bereits 1.082 Postkarten erhalten. Hätte ich nicht zwischendurch immer wieder inaktive Zeiten gehabt, wären es aber locker doppelt so viele.

Wie funktioniert’s?

Bei Postcrossing hat ebenfalls jede*r ein eigenes Profil, in dem man sich selbst so ausführlich oder knapp vorstellen kann, wie man möchte. Es gibt auch die Option, ein Foto von sich hochzuladen oder einen Avatar.

In seinen Einstellungen hinterlegt man seine Adresse, sie ist aber nicht frei einsehbar, sondern nur für diejenigen, die einem für eine Postkarte zugeteilt werden.

Um eine Postkarte zu verschicken, klickt man auf den Reiter „Send a Postcard“ und bekommt dann eine Adresse von einem Mitglied zugeteilt, sowie einen Code, der aus dem Kürzel des eigenen Landes (zum Beispiel DE für Deutschland) und einer fortlaufenden Nummer besteht.

Man hat zudem Einsicht in das Profil des zugeteilten Mitglieds. Meist führen die Leute dort auf, welche Art von Postkarten sie sich besonders wünschen. Man kann auch eine Bilderwand mit favorisierten Postkarten der Person einsehen. So bekommt man eine Vorstellung davon, was ihr gefallen könnte.

Nun schreibt man eine Postkarte und nennt oben oder unten am Rand den zugeteilten Code. Dieser Code ist wichtig, denn nur so kann die empfangende Person die Karte registrieren.

Sobald die Postkarte angekommen ist und registriert wurde, wird deine Adresse ebenfalls einem zufällig ausgewählten Mitglied zugeteilt, das dann wiederum dir eine Postkarte schickt. Deren Code musst du bei Ankunft registrieren.

Die Anzahl der Postkarten, die man gleichzeitig verschicken kann, wächst mit der Anzahl der registrierten Postkarten. Wenn ich mich richtig erinnere, beginnt es mit maximal 5 Postkarten gleichzeitig.

In den Einstellungen kann man festlegen, ob man Postkarten aus seinem eigenen Land bekommen oder ausschließen möchte. Außerdem kann man angeben, ob man an sogenannten „Direct Swaps“ interessiert ist. Das bedeutet, dass Leute dich gezielt kontaktieren und fragen können, ob du Lust darauf hast, mit ihnen Postkarten auszutauschen.

Übrigens, geht eine Karte verloren, so wird sie nach 60 Tagen als „expired“ („abgelaufen“) markiert und so behandelt, als hätte sie jemand registriert. Gelegentlich kommt das vor, aber nicht übermäßig häufig. Zumindest nicht, wenn man in Deutschland lebt.

Es gibt auch ein Forum, wo man Menschen für eine regelmäßige Brieffreundschaft oder Postkartenfreundschaft suchen kann.

Fun Fact am Rande: Die Deutsche Post bietet in ihrem Online-Shop sogar extra für Postcrossing gestaltete Briefmarken für das Format „Postkarte International“ an.

Format

Postcrossing gibt es derzeit nur als Website für den Browser. Eine App ist leider noch nicht verfügbar.

Sprache

Postcrossing ist auf Englisch und man sollte es auch gut genug beherrschen, um Postkarten schreiben zu können. Das klingt jetzt vielleicht schwierig, ist aber gar nicht so schlimm.

Auf eine Postkarte passt ohnehin nicht viel Text und wie man sich kurz vorstellt oder das Motiv der Karte näher erläutert, hat man schnell drauf. Es gibt auch keine Vorschriften, was oder wie viel man schreiben muss.

Sicherheit

Obwohl Postcrossing wildfremden Menschen meine Adresse vermittelt, habe ich noch nie unerwünschte Zusendungen oder dergleichen bekommen.

Das „Schlimmste“, was mir bisher passiert ist, ist, dass mir jemand eine kostenlose Werbepostkarte geschickt hat oder selbst eine Karte „gestaltet“ hat, was eher so aussah, als hätte sie ein dreijähriges Kind gebastelt.

90 % der Postkarten, die ich über Postcrossing erhalten habe, entsprachen aber genau meinen Wünschen.

Sicherheitshalber würde ich aber hier auch keine Kontaktdaten öffentlich ins Profil schreiben.

Kosten

Die Mitgliedschaft bei Postcrossing ist kostenlos und werbefinanziert. Es ist jedoch möglich, die Website mit einer freiwilligen Spende zu unterstützen.

3 Vorteile von Postcrossing

  • Eine Postkarte ist nicht so aufwendig zu schreiben wie ein ganzer Brief
  • Die Mitgliedschaft ist kostenlos
  • Super für Menschen geeignet, die sich schwertun, Kontakte zu knüpfen

3 Nachteile von Postcrossing

  • Man kann bestimmte Länder nicht ausschließen
  • Man bekommt häufig aus denselben Ländern Postkarten
  • Es geht weniger um Freundschaften, sondern eher darum, einer beliebigen Person den Tag zu versüßen

Slowly

Startseite der Website Slowly

Während InterPals und Postcrossing sich ideal für Kontakte per Post eigenen, läuft Slowly elektronisch ab. Allerdings verfolgt es ein ganz eigenes Konzept, das die Hektik der heutigen Zeit ausbremst und uns zur Entschleunigung animiert.

Denn: Die elektronischen Briefe, die man über Slowly verschickt, haben eine Reisezeit.

Ich bin seit Anfang 2023 Mitglied bei Slowly und schwer begeistert.

Wie funktioniert’s?

Slowly macht das elektronische Schreiben so richtig spannend. Elektronische Briefe, die man hier verschickt, kommen nicht sofort an, wie wir das von E-Mails und Messaging-Apps gewohnt sind.

Ganz im Gegenteil, bei Slowly hat jeder Brief eine Reisezeit zwischen 35 Minuten und 2 Tagen, je nachdem wie weit die empfangende Person von dir entfernt lebt.

Jedoch wird es dir angezeigt, wenn ein Brief an dich abgeschickt wurde, und du kannst genau verfolgen, wie lange es noch dauert, bis er eintrifft. Auf einer Weltkarte siehst du zudem, von wo aus der Brief versandt wurde.

Die Gestaltung des Profils ist etwas eingeschränkter als bei InterPals und statt eines Fotos legt man sich einen Avatar an. Aber gerade für schüchterne Menschen ist das natürlich der Himmel auf Erden. Und die Funktion, Fotos als Anhänge mitzuschicken, gibt es trotzdem.

Auch hier findest du eine Suchfunktion mit verschiedenen Filtern. Im Übrigen gibt es auf Slowly auch viele queere Menschen und neben den Geschlechtsoptionen „männlich“ und „weiblich“ kann man „nicht-binär“ auswählen.

Die Menschen auf Slowly sind sehr kontaktfreudig und auch wenn man selbst etwas zurückhaltend ist, bekommt man relativ schnell Anfragen zugeschickt – und zwar meist seriöse! Auch als Mann tut man sich auf Slowly leichter, Kontakte zu knüpfen, als beispielsweise auf InterPals.

Eine weitere Besonderheit von Slowly sind die digitalen Briefmarken. Man kann sie oben rechts an seinem Brief anbringen, quasi als Deko-Element. Das finde ich eine süße Idee.

Die Briefmarken, die man selbst besitzt und die, die sich auf den erhaltenen elektronischen Briefen befinden, werden in einer Briefmarkensammlung aufgelistet.

Zudem sind die Marken im Briefmarkenladen mit der digitalen Währung von Slowly – sogenannten Münzen – erhältlich. Die Münzen kann man sich auf unterschiedliche Weise verdienen beziehungsweise sammeln.

Zu bestimmten Feiertagen (so etwas wie „Weltkatzentag“ oder „Internationaler Tag der Freundschaft“) gibt es kostenlose Briefmarken, die man sich abholen kann, wenn man einen Werbeclip anschaut.

Auch für bestimmte „Errungenschaften“ bekommt man besondere Briefmarken verliehen, z. B. wenn man 100 Briefe verschickt oder empfangen hat (das klingt nach einer großen Zahl, ist aber schneller erreicht, als man glaubt).

Format

Slowly ist eine App für Android und das iPhone, hat aber auch eine Desktop-Version, die allerdings nicht alle Funktionen bietet. Briefe schreiben kann man damit aber allemal.

Sprache

Slowly bietet neben dem englischen Original eine deutsche Variante der App und Desktop-Version an.

In der Suche kann man auch speziell nach deutschsprachigen Brieffreund*innen filtern.

Sicherheit

Im Gegensatz zu InterPals hat man auf Slowly eher selten mit unseriösen Menschen zu tun. Diese kann man auch einfach löschen, dann können sie einen nicht mehr kontaktieren.

Natürlich rate ich auch hier davon ab, die eigene Anschrift oder E-Mail-Adresse öffentlich ins Profil zu schreiben. Will man eine Korrespondenz auf E-Mail oder Post verlegen, sollte man das in den persönlichen Nachrichten vereinbaren.

Kosten

Slowly ist kostenlos und werbefinanziert, allerdings mit Einschränkungen (mir genügt das aber vollkommen). Wenn du von besonderen Vorteilen profitieren möchtest, kannst du auf Slowly Plus upgraden.

3 Vorteile von Slowly

  • Die meisten Leute auf Slowly sind ernsthaft an Freundschaften interessiert
  • Die App/Website sind auch auf Deutsch verfügbar
  • Die Reisezeit der Briefe und digitalen Briefmarken machen Slowly besonders interessant

3 Nachteile von Slowly

  • Es ist etwas anonymer (zum Beispiel durch den Avatar anstelle des Fotos)
  • Es ist elektronisch und daher nicht ganz so romantisch wie ein Brief per Post
  • Die kostenlose Variante hat Einschränkungen

Noch mal kurz zusammengefasst …

In diesem Artikel habe ich dir nun drei verschiedene Apps und Websites vorgestellt, die dich auf deiner Suche nach Brieffreundschaften unterstützen können:

  • InterPals für Brieffreundschaften per Post oder E-Mail
  • Postcrossing für den Austausch von Postkarten
  • Slowly * für elektronische Briefe mit Reisezeit und digitalen Briefmarken zum Sammeln

Ich kann dir nur ans Herz legen, es selbst einmal auszuprobieren. Gerade für uns Introvertierte, die sich gerne schriftlich ausdrücken und sich für einen tiefgründigen Austausch interessieren, sind Brieffreundschaften etwas ganz Wunderbares. Ich wollte sie nicht mehr missen.

Wenn du dazu Fragen oder Anregungen hast, schreib sie mir gerne in die Kommentare. Ich antworte auf jeden Kommentar, versprochen!

Öffentliche Kommentare sind nicht so deins? Dann schreib mir gerne.

Halt die Ohren steif und wir lesen uns!

Alles Liebe,

Mim

PS: Ab sofort kannst du mir ein Trinkgeld auf Ko-fi spendieren, wenn du möchtest.


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Der mit einem * markierte Link zu Slowly ist mein Vermittlungslink. Wenn du darüber Slowly beitrittst, bekomme ich 20 Münzen in der Währung der Website gutgeschrieben.

12 Kommentare

  1. Guten Morgen Mim,
    das erinnert mich an meine frühere Brieffreundin. Sie kam aus Schwabenland, für mich also aus dem „Westen“. Meine Oma war, als sie Rentnerin wurde, sofort „rüber“ gezogen zu ihrem Sohn, meinem Onkel. Und sie suchte sich dort Arbeit als Haushälterin und Babysitter bei einer Lehrerin. Da hab ich die Lehrerin gebeten, mir doch eine Brieffreundin zu vermitteln. – Wir haben uns viele Jahre geschrieben. Treffen konnte ich sie erst 1988 auf meiner 1. Westreise zum 80. Geburtstag meiner Oma. Wir haben uns auch real gut verstanden und ich traf sie nach Grenzöffnung noch einige Male. Dann konnte ich leider nicht mehr reisen (finanziell nicht).
    Ich war ja früher auch so ein Brieffan und freute mich immer riesig über Post. Allerdings: meine Mutter pflegte die Briefe bereits zu öffnen und zu lesen, bevor ich aus der Schule kam, das gefiel mir garnicht. Sie meinte jedoch, das Recht zu haben, mich in allem zu kontrollieren.
    Also suchte ich mir dann noch Briefkontakte aus Ruszland. Dadurch lernte ich die Sprache und meine Mutter konnte sich das Öffnen sparen, denn das konnte sie ja nicht lesen. Haha, ausgetrickst!
    Auch diese Briefkontakte bedeuteten mir sehr viel, da ich kaum in der Lage war, direkte Freundschaften zu finden (meine einzige Kinderfreundin hier am Ort ging dann zu Studium, heiratete und kam nicht wieder…).
    Nach der Wiedervereinigung und der Währungsreform brachen dann für mich allerdings so prekäre Zeiten an, dasz ich mir das Porto nicht mehr leisten konnte und da hab ich alle Kontakte verloren 🙁
    Heut hab ich wohl nicht mehr die Zeit dafür, obwohl mich die vorgestellten Plattformen schon reizen könnten. Allerdings halte ich es wahrscheinlich dann doch nicht lange durch. Dir hab ich ja auch noch nicht auf die letzte mail geantwortet…sorry, es ging mr sehr schlecht die letzten Wochen. Da hab ich Mühe, den Alltag zu schaffen.
    Liebe Grüsze
    Mascha

    1. Hallo Mascha,

      vielen lieben Dank für deinen langen Kommentar. Ich hab mich sehr darüber gefreut. So eine „Ost-West-Brieffreundschaft“ stelle ich mir richtig spannend vor. Ihr hattet euch sicher immer sehr viel zu erzählen.

      Dass deine Mutter deine Briefe geöffnet hat, war aber ziemlich unverschämt von ihr. Meiner Mutter wäre das nie eingefallen. Das mit den russischen Briefen war aber ein guter Trick. 😀 Kannst du heute immer noch Russisch?

      Ja, ich hatte es auch immer schwer damit, in der Schule usw. Anschluss zu finden. Geht mir heute noch so, wenn ich ganz ehrlich bin. Deshalb sind mir meine Brieffreund*innen wohl auch so wichtig.

      Schade, dass du deine Kontakte verloren hast. 🙁

      Vielleicht ist ja Postcrossing etwas für dich? Ich meine, Postkarten sind nicht so ausführlich und brauchen nicht so viel Zeit. Aber natürlich nur, wenn dich das überhaupt interessiert. 🙂

      Übrigens, mach dir bitte keinen Druck wegen der Mail an mich, ich bin da absolut geduldig und habe immer Verständnis. Abgesehen davon geht’s mir momentan auch nicht so gut, daher kann ich das nachvollziehen, dass man da keine Energie dafür hat. Ist wirklich kein Problem. 🙂 Ich freu mich, wenn du mir schreibst, aber ich bin nicht sauer, wenn’s länger dauert.

      Ganz liebe Grüße
      Mim

  2. Was für ein schöner Beitrag. Ich war immer eine Briefschreiberin. Das hat als Teenager begonnen, denn wir waren in den Ferien immer auf dem gleichen Campinplatz und die Kids kamen aus gand Deutschland. Und vor 40 (??) Jahren ging Kontakt halten eben so. Ich hab‘ mich immer gefreut, wenn nach der Schule ein Brief für mich da war. Viele Jahre später habe ich es auf diversen Plattformen versucht, aber irgendwann in die meisten Brieffreundschaften im Sande verlaufen. Manchmal war es mir auch einfach nicht tief genug und nur über den Alltag zu schreiben finde ich nach wie vor grottenlangweilig 😉 Postcrossing hatte ich tatsächlich auch mal eine Zeit lang ausprobiert. Inzwischen lerne ich die Menschen über Social Media oder übers Bloggen kennen. Ich finde das wunderbar und wüsste tatsächlich nicht, wo ich die sonst kennenlernen sollte. Es rennt ja nicht jeder mit einem Schild mit seinen Interessen herum 😉 Ich finde es wunderbar, seine Gedanken aufs Papier fließen zu lassen, bin aber inzwischen aufs Notizbuch/Journaling umgestiegen. Was heißt inzwischen… seit ich 20 bin schreibe ich Tagebuch und kann hier alles loslassen, was mir so auf der Seele brennt. Wobei.. inzwischen habe ich virtuelle Freundschaften aus ganz Deutschland und wir sind viel über WhatsApp in Kontakt. Darüber ist eine erstaunliche Tiefe und Vertrautheit möglich.

    Also ich verstehe Deine Leidenschaft fürs Briefeschreiben und so eine Auflistung hätte ich damals gerne gehabt. Viel Spaß weiterhin beim Schreiben und liebe Grüße, Marita

    1. Hallo Marita,

      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und das Lob. Das freut mich riesig.

      Ja, ich muss zugeben, seit es E-Mail, Social Media und Co. gibt, schreibe ich auch nicht mehr ganz so häufig Briefe auf Papier. Aber ich tu’s noch, weil es einfach ein schönes Gefühl ist, einen Brief im Briefkasten vorzufinden. Auch ich langweile mich schnell, wenn es nur um den Alltag geht. Glücklicherweise sind mit meinen Brieffreund*innen auch sehr tiefgründige Gespräche möglich. Also, zumindest mit den meisten.

      Auch ich führe ein Journal und da kommen hauptsächlich Gefühle und Gedanken rein, die ich so nicht mit anderen Menschen teilen würde – oder zumindest erst ein mal nur für mich selbst festhalten möchte. Ich journale übrigens auch seit ich 20 war, wirklich regelmäßig, also (fast) täglich, aber erst seit etwa einem Jahr.

      Das Schreiben an sich ist eine ganz wunderbare Sache und es gibt so viele Möglichkeiten, es zu tun. Ob nun Briefe, Journaling, Bloggen oder Social Media – Schreiben ist am Ende immer Schreiben und wir dürfen es genießen. 🙂

      Ganz liebe Grüße und auch dir weiterhin viel Spaß beim Schreiben
      Mim

  3. Hallo Mim,
    nun habe ich mir heute die Zeit genommen deinen Artikel zu lesen und ich möchte dir für diesen schönen und informativen Beitrag danken. Ich werde mir in den nächsten Tagen die drei Plattformen ansehen und mal schauen, ob eine dafür für mich in Frage kommt. Ich schreibe für mein Leben gerne Briefe und hatte früher ( als Teenager) einige Brieffreundschaften. Ich habe es immer genossen Briefe zu bekommen und zu schreiben.

    Liebe Grüße
    Anja

    1. Hallo Anja,

      vielen lieben Dank für dein Feedback. Es freut mich riesig, dass dir mein Artikel so gut gefallen hat und hoffe, dass zumindest eine der Plattformen dem entspricht, was du dir in Bezug auf Brieffreundschaften wünschst. Vielleicht erlebt dein Hobby aus der Teenagerzeit ja 2024 ein Revival? 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Mim

  4. hallo, danke für Deinen Text, ich kannte weder Inter Pals noch Slowly! Werde ich mir anschauen. Ich schreibe seit 2018 Briefe mit Freundinnen aus vielen Ländern. Postcrossing habe ich probiert, war aber nichts für mich. Da fehlte mir die Verbindung.
    Einen zusätzlichen Tipp für ein Brieffreundschaftsforum hätte ich noch: Global Penfriends. Darüber habe ich ganz viele Freundinnen gefunden. Es ist eine familienfreundliche Seite und spamfrei.
    liebe Grüße,
    Tiana

    1. Hallo Tiana,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

      Genau, schau dir Interpals und Slowly gerne einmal an. Vielleicht magst du die Seiten genauso gerne wie ich.
      Ja, da hast du recht, bei Postcrossing kommt oft keine Verbindung zustande (außer, man knüpft über das Forum Kontakte für Direct Swaps). Das ist ein kleiner Nachteil dieser Website.

      Hmm … Global Penfriends kenne ich noch gar nicht. Aber vielen Dank für den Tipp. Ich werd’s mir mal anschauen! 🙂 Dein Hinweis darauf ist auch eine gute Ergänzung für meinen Artikel.

      Ich wünsche dir frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
      Liebe Grüße
      Mim

  5. Hallo Mim,

    vielen Dank für die Vorstellung dieser drei Apps 🙂 Besonders Slowly interessiert mich – aber als Desktopvariante. Ich hab mir die App also kurz zwecks Freischaltung des Desktopzugangs heruntergeladen und wollte dann mit der Suche beginnen, aber die wird mir im Browser nicht angezeigt… Ich hab jetzt über eine Stunde danach gesucht, finde diese Funktion (und einige weitere Einstellungen) aber nur in der App selbst. Hab ich was übersehen oder kann ich über den Browser gar nicht nach neuen Kontakten auf die Suche gehen?

    Liebe Grüße
    Maike

    1. Hallo liebe Maike,

      sehr gerne. Oh, Slowly ist wirklich eine tolle Plattform. Ich habe dort viele nette Leute kennengelernt.

      Ja, leider ist deine Vermutung richtig: Die Desktop-Version ist eine abgespeckte Version der App und man kann dort nicht nach anderen Menschen suchen. 🙁 Das stört mich, offen gestanden, auch ziemlich. Ich mache es bisher immer so: Ich suche mit der Handyapp nach neuen Leuten. Wenn ich jemanden gefunden habe, den oder die ich gerne anschreiben würde, dann speichere ich mir das Profil für später (im Profil der Person rechts oben auf die drei Punkte tippen, dann kannst du das Profil für später speichern). Wenn ich meine Suche nach Brieffreund*innen dann beendet habe, wechsle ich an den PC. In der Desktop-Version klicke ich dann auf das Stift-Symbol rechts oben („Drafts“) und dann im Menü auf „Matches“. Dort finden sich alle Profile, die ich vorher auf dem Handy für später gespeichert habe und ich kann ihnen vom Computer aus einen Brief schicken.
      Ich weiß, das ist ein bisschen umständlich und ich hoffe immer noch, dass Slowly das irgendwann ändert und die Suche auch in der Desktop-Version verfügbar macht. Aber vielleicht hilft dir das ja erst einmal weiter.

      Ganz liebe Grüße und einen guten Rutsch,
      Mim

  6. Hallo ich bin Martina bin 53jahre Alt habe mehrere Hoppy wie zb Händerbeiten sowie Musik hören lesen basteln vielleicht rürt sich jemand bei mir

    1. Hallo Martina,

      danke für deinen Kommentar.

      Leider vermute ich, dass meine Kommentarspalte nicht der richtige Ort für eine Kontaktanzeige ist. Sie wird hier höchstwahrscheinlich untergehen. Stattdessen empfehle ich dir, eine Website wie die in diesem Artikel vorgeschlagenen zu nutzen. Das ist in der Regel deutlich erfolgsversprechender. 😉

      Liebe Grüße
      Mim

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